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Biathlon Weltcup am Holmenkollen
März 2007
Die Reise zum Biathlon Weltcup ist seit Jahren fester Bestandteil unseres Programms. So versammelten sich auch im März 2007 viele Neukunden und treue Wiederholer am Norwegenkai in Kiel zum Einschiffen auf die MS Color Fantasy. Das Wetter war uns holt und der blaue Himmel über der Kieler Förde versprach eine schöne Überfahrt nach Oslo. Am skandinavischen Buffet konnten wir in Erinnerungen schwelgen und Erfahrungen austauschen, bevor jeder nach seinem Geschmack den Abend im Bordprogramm ausklingen ließ. Oslo empfing uns am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Den Wiederholern war klar, dass Wetter am Holmenkollen unvorhersehbar ist, und so pilgerten die meisten auch gleich nach dem Einchecken im Radisson SAS Oslo Plaza Hotel hinauf in die Biathlon Arena neben der Sprungschanze.
Donnerstags ist hier oben wenig los und man kann problemlos für wenig Geld Eintrittskarten bekommen. Ich machte mich aber außerhalb der Arena auf den Weg durch den tiefen Schnee entlang der Loipen. Hier kommt man ganz nah an die Läufer heran. Und ein besonderes Erlebnis sind auch die Norweger bei ihren Winter-Events: am Lagerfeuer vor dem Zelt campieren sie im Wald direkt an den Loipen, grillen, feiern und lassen es sich gut gehen. Heute ging es mir weniger darum, wer den Wettkampf gewinnen würde. Ich machte meinen Winterspaziergang hinauf nach Frognerseteren. Unterwegs traf ich einige Schulklassen auf Ski-Exkursion. Auf der Terrasse des traditionellen Restaurants konnte ich dann bei Kaffee und Kuchen den Ausblick über den Oslofjord genießen (ich hätte ruhig Sonnencreme auflegen sollen!), und kam mit einer alten Dame ins Gespräch, die ganz erstaunt war, wie viele Menschen extra zum Biathlon in ihre Heimatstadt kämen. Nach und nach trafen auch die „alten Hasen“ in Frognerseteren ein und so ergab sich für den Rückweg dann gleich eine nette kleine Reisegesellschaft.
Der Freitag ist ein reiner Trainingstag und das heißt für die Fans „Jagd auf Autogramme“!
Ich hingegen nutzte den Tag um Oslo zu besichtigen. Ziel meines Spazierganges vom Hotel aus war in diesem Jahr das neue Nobel-Museum im alten Westbahnhof. Die Ausstellung zeigt in abwechslungsreicher Multi-Media-Art z.B. das Leben von Alfred Nobel und alle Preisträger seit 1901. Der Friedensnobelpreis wird jedes Jahr in Oslo verliehen. Anschließend machte ich einen Spaziergang durch das Einkaufszentrum Akerbrygge und entlang des Kais. Auch das Rathaus liegt direkt am Westbahnhof. Schon bei meinem letzten Besuch hatte ich die wunderbare, wenn auch etwas pathetische Wandmalerei dort besichtigt: hier wurde farbenreich die Geschichte Norwegens an die Wand gebracht. Ein Muss während eines Aufenthaltes in Oslo ist der Weg hinauf zum königlichen Schloss, wo täglich um die Mittagszeit der Wachwechsel vollzogen wird. Ansonsten kann man sich in Oslo wunderbar treiben lassen. Natur, Kultur und Shopping liegen dicht beieinander, sodass ich mit vielen Eindrücken und einer vollen (neuen) Tasche wieder ins Hotel kam.
Höhepunkt und Grund unserer Reise waren aber natürlich die Biathlon Wettkämpfe am Wochenende.
Am Samstag und Sonntag sind die Norweger hier dann in Höchststimmung. Mit Pauken und Trompeten, Kuhglocken und Fahnen bewaffnet werden alle Sportler angefeuert, „Ole Einar“- und „Heia Norge“-Rufe sind dabei natürlich besonders deutlich zu hören. Aber auch die deutschen Biathleten sind überaus beliebt am Holmenkollen. Auch wenn das Wetter etwas grauer geworden war, machten wir uns am Samstag auf. Die U-Bahnhaltestelle liegt direkt vor dem Hotel und mit dem Dauerfahrschein kann man sich bequem und frei bewegen. Natürlich waren die Bahnen voller als gewohnt, aber wie gesagt: die Stimmung ist einmalig und beginnt schon auf der 20-minütigen Fahrt zum Holmenkollen. Anschließend führte ein Tross von Zuschauern bergan zur Arena, vorbei Würstchenbuden und Waffelständen. So riecht Biathlon in Norwegen! Niemand drängelt, keiner hat es eilig und jeder findet einen guten Platz im Stadion. Auch ich habe schon seit Jahren meinen Lieblingsplatz und pendele meist oberhalb der Sitztribüne zwischen Blick auf den Schießstand und der Loipe im Rücken hin und her, je nach dem wo die Sportler gerade sind. Da steht man dann neben dem Vater von Sven Fischer und vor Liv Grete Poiret während der norwegische König oder Kati Wilhelm direkt an einem vorbei geht. Eben Mittendrin!
Das Abendprogramm in Oslo kann vielseitig oder auch ganz ruhig sein. Das Hotel bietet Sauna und Schwimmbad hoch über der Stadt, gemütliche Zimmer mit Teekocher, Restaurants, eine Bar und einen lebhaften Pub im Erdgeschoss. Gegenüber vom Hotel liegt die Veranstaltungshalle Oslo Spektrum. Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich sicher in das Katie Melua Konzert gegangen, das am Abend dort stattfand. Alternativ war ich im Kino, die Karte hatte der nette Concierge des Hotels für mich bestellt. Dummerweise hatte ich nicht daran gedacht, dass in Norwegen keine Filme übersetzt werden, und saß dann in einem italienischen Film mit norwegischem Untertitel . Auf dem Weg zum Kino war ich erstaunt, wie viel Leben auch bei Minustemperaturen auf den Straßen herrschte. Samstagabend in Oslo, man geht aus und das auch im März bei Schnee im „kleinen Schwarzen“. Auf dem Heimweg machte ich nochmal einen Umweg hinauf zum Schloss, das beeindruckend illuminiert in der Winternacht stand. Von dort aus schlenderte ich dann die beleuchtete Karl Johans gate zurück zum Hotel.
Die Reise zum Biathlon Weltcup am Holmenkollen ist viel mehr als ein rein sportlicher Event. Wer genau hinguckt, kann die norwegische Hauptstadt jedes Mal aufs Neue entdecken und kennenlernen. Viele Gäste, die auch schon zu anderen Biathlon-Veranstaltungen gereist sind, kommen immer gerne wieder nach Oslo und schätzen besonders die freundliche Atmosphäre. Und auch ich freue mich schon auf das nächste Mal! Irgendwie kommt man einfach nicht mehr davon los.
Dorothee Blöß
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