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Göta Kanal
11.09.-15.09.03
Am stärksten in Erinnerung geblieben sind mir die
Sinneseindrücke während der Reise auf dem Göta-Kanal: das
Gesehene, die Geräusche - und auch die Gerüche des leckeren
Essens!
Zugegeben gehört auch der Schreck dazu, der mich
überkam, als ich meine Kabine auf dem Hauptdeck zum ersten Mal
sah: zwar wusste ich, dass die Kabinen sehr klein sind, aber
als ich sie dann sah, merkte ich erst, wie klein! Mein
allererster Tipp also: wenig Gepäck mitnehmen und am besten im
Koffer, den man unter das Bett schieben kann.
Das Schiff
an sich ist liebenswert überschaubar: Treffpunkt der
Passagiere sind der Speisesaal, der Salon mit Bibliothek, und
natürlich das Deck. Wenn der Essensgong ertönt, lässt sich
niemand lange bitten. Schon hört man auch, wie die Mahlzeiten
mit einer Kurbel aus der Kombüse heraufbefördert werden.
Jeden Vormittag lädt die Bordreiseleitung zu einem
Informationstreffen in die Bibliothek ein (Bordsprachen sind
schwedisch, englisch und deutsch). Damit man nichts verpasst,
wird auf die Sehenswürdigkeiten hingewiesen, die das Schiff am
jeweiligen Tag passiert, bzw. welche Landausflüge durch die
Reiseleitung angeboten werden: Museums- oder Klosterbesuche,
Spaziergänge entlang des Kanals. Auch 2 Fahrräder werden an
Bord mitgeführt und stehen den Passagieren zur Verfügung.
Die Bibliothek bietet Wissenswertes über den Göta-Kanal,
aber auch "leichte Kost", wie z.B. Pippi Langstrumpf und
Sjöwall/Walöös "Die Tote im Göta-Kanal". Einige Bücher liegen
auf schwedisch, andere auf deutsch oder englisch vor. Auf der
gemächlichen Fahrt von Stockholm nach Göteborg haben wir oft
ein Buch in der Hand gehabt, aber zumeist blieb es doch
zugeklappt - denn wenn man erst in eine warme Decke gewickelt
im bequemen Korbsessel auf dem Brückendeck sitzt, lässt man
Augen und Ohren schweifen, und genießt den Anblick des Schilfs
am Uferrand, die ersten roten Blätter in den Bäumen, das
Plätschern des Wassers, oder einfach die Gespräche mit den
anderen Passagieren.
Der Kanal an sich bietet ebenfalls
genügend Abwechslung: immer wieder kann man die Schleusen
bewundern. Gern kann man während des Schleusendurchgangs auch
das Schiff verlassen und sich die Zeit bis zum letzten
Schleusentor an Land vertreiben. Auch die vielen Brücken,
hochgeklappten Straßen, die dem Schiff Platz machen, und nicht
die zuletzt die 2 Aquädukte, die das Schiff passiert, sind
echte Hingucker. Und dann fährt man ja nicht nur auf dem
Kanal, sondern ebenfalls über die Ostsee mit ihrem
Schärengarten vor Stockholm, verschiedene Seen, wie auch die
beiden größten schwedischen Seen, den Vänern und den Vättern.
Alles in allem ist die Reise auf dem Göta-Kanal eine
wunderbar entspannende Reise.
Sigrun Möller
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