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Hans und Hannelore Warnebold

„Erlebnis Lofoten und Vesterålen“
Vom 19.08. bis 26.08.2005

Bilder der Reise

1. Tag
Mit dem Flugzeug sind wir wohlbehalten nach Bodø gekommen, wo am Lovold-Pier die MS Lofoten zum Einchecken liegen soll. Mit dem Taxi lassen wir uns zum Hurtigruten-Anleger bringen in der Meinung, daß dort auch der Lovold-Pier sein müsste. Hier ist es ja seltsam ruhig. Bei unseren früheren Reisen tanze hier immer der Bär. Wir holen erst einmal unser Fernroh aus dem Gepäck, um zu sehen, ob auf der gegenüberliegenden Hafenseite womöglich die MS Lofoten auf Warteposition liegt, denn es ist bis zum Einchecken noch reichlich Zeit. Aber die Schiffe, die wir dort sehen, sind alles nur Fischerboote. Was nun? Hier muß doch der Lovold-Pier irgendwo sein! Schließlich kam uns die geniale Idee: Fragen wir doch mal einen zufällige anwesenden Omnibus-Fahrer. Das Ergebnis: Wir müssen mit Sack und Pack in die Ortsmitte zurück. Und danach klappte dann auch das Einchecken – Kabine 402. Nur gut, daß wir so zeitig in Bodø waren.

Die Kabinen auf diesem nostalgischen Schiff sind zwar einfach, dafür sind die Aufenthaltsräume umso gemütlicher. In den Kabinen hält man sich ja sowieso nur zum Schlafen auf. Um 18:00 Uhr Informationstreff im Polar-Bear-Salon wegen Rettungsmaßnahmen, Anlegen der Schwimmwesten usw., um 19:00 Uhr das erste Dinner – sehr reichlich und vorzüglich wie immer in Norwegen. Danach ist der Tage dann aber noch lange nicht zu Ende. Um 21:00 Uhr geht es mit den Tenderbooten (Zodiac) bei ströhmendem Regen auf die Insel Nord Fugløy zu dem Naturphänomen „Fjell med sand“. Bisher hatten wir dieses Phänomen stets nur vom Schiff aus gesehen. Um zu dem Loch zu kommen, aus dem der Sandaustritt, ist eine ziemlich beschwerliche Wanderung über Stock und Stein erforderlich. Zurück auf dem Schiff um ca. 22:00 Uhr – platschnaß und todmüde – hatten wir nur noch den Wunsch, ins Bett zu kommen. Wir hätten jedoch auf Fugløy auch noch Grillwürstchen essen können, denn Teile der Besatzung hatten trotz des ströhmenden Regens das gesamte Zubehör für den Grillimbiß mit an Land gebracht. Jedenfalls glühte bei unserem Abschied von der Insel trotz der Nässe die Holzkohle. Wieder an Bord wurden kurzerhand die nassen Klamotten – sogar mein Südwester war durchgeweicht – zum Trocknen auf die Handläufer in den Gängen vor den Kabinen gehängt.

2. Tag
Wecken um 06:00 Uhr, denn ab 07:00 Uhr Frühstück und um 08:30 Uhr beginnt ab Brønnøysund die Exkursion zum Loch im Torghatten. Mit einem Omnibus kommen wir zum Ausgangspunkt der Wanderung auf einem schmalen Pfad – auch wieder über Stock und Stein – in einem Bachbett, in dem auch noch das Wasser vom Regen am Abend vorher talwärts plätscherte, aufwärts zum riesigen Felsloch. Wir haben wieder kräftige Männer der Besatzung dabei, falls mal bei den Touristen die Kraft nachlässt.

Ein einmaliger Ausblick belohnt uns. Beschreiben kann man das nicht, man muß es erleben! Auchd er Regen, den wir noch am Morgen hatten, hat aufgehört. Und nach der Anstrengung gab es Kaffee und Tee und auf dem Schiff morgens frisch gebackene Hefeteilchen, die von den Besatzungsmitgliedern hoch transportiert waren.

Wieder an Bord ging es in südlicher Richtung nach Alstadhaug, dem Wirkungsort des dichtenden Pfarrers Petter Dass, der hier von 1687 bis 1707 gelebt hat (Kirche, Museum, alte Schmiede). Die heutigen Bewohner von Alstadhaug betreiben vorwiegend Landwirtschaft und leben auch vom Tourismus.

Danach geht es ab 18:00 Uhr weiter nach Lovund. Hier liegen wir über Nacht am Kai und hätten noch die Gelegenheit zu einem Abendausflug ins Küstenmuseum gehabt. Das haben wir ausgelassen, um zeitig zu Bett zu gehen und richtig auszuschlafen.

3. Tag
Heute geht es mit dem Tenderboot nach Trærna. Zu dieser Inselgruppe gehören ca. 400 Inselchen. Wir setzen über auf die Insel Sanna mit imposanten Bergen. Schon vor 9.000 Jahren war diese Insel vor Helgelands Küste besiedelt. Und wieder begleiteten und führten uns einige Besatzungsmitglieder, z.B. auch der 1. Offizier, auf einer Wanderung zu einer Höhlenkirche aus der Vorzeit. Und wieder gab es Frischgebackenes aus der Bordküche mit Kaffee und Tee – je nach Wahl, bevor es zurück zum Schiff ging. Mit unserem Tenderboot hatten wir noch ein lustiges Erlebnis, denn plötzlich inmitten von nur Wasser tuckerte unser Zodiac ganz langsam aus – Benzin war out! Auch das Funkgerät des Bottsführers zum Schiff funktionierte nicht. Ein Norweger, der mit im Boot war, hatte zum Glück sein Handy dabei. Der Handyruf funktionierte und die Lösung des Problems war ganz einfach, es war nämlich ein kleiner Benzinkanister für Notfälle im Boot. Man muß es nur wissen!

Und danach an Bord gab es um 12:00 Uhr eine Überraschung, statt Lunch bei schönstem Sonnenschein auf Deck Grillparty mit Salaten, Folienkartoffeln, Lachs in Folie, Hähnchenschenkeln, Fleischscheiben etc. – alles viel zu üppig. Und während wir noch so am „Spachteln“ sind, überqueren wir den nördlichen Polarkreis. Dadurch war dann um 14:30 Uhr die nächste Attraktion fällig, die Polarkreistaufe. Der Neptun sah zwar aus wie eine Wasserleiche, aber trotzdem war es lustig dabei zu sein, die große Schöpfkelle und Eiswasser zum taufen sowie Polarkreis-Urkunde.

Nachmittags laufen wir Selsøyvik an, wo schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts Handel betrieben wurde. Der Ort liegt direkt an der Schiffahrtsroute von Süd nach Nord und umgekehrt und bot sich somit als Anlegestelle bzw. Hafen an. Blütezeit des Handels schon ab 1750 und in neuerer Zeit mit Beginn der Lachszucht wurde die Basis für den Fortbestand des Handelsplatzes gelegt. Der Gemischtwarenladen, wo schon in früheren Zeiten der Bedarf des täglichen Lebens gedeckt wurde, besteht noch heute. Gern hätten wir hier ein Foto gemacht, aber es war infolge der Enge im Laden leider nicht möglich. Aber man könnte dort alles erhalten, von Nägel und Schrauben über Werkzeug, Nadel und Faden, Schlüpfergummi, Textilien, Kosmetik in kleinem Rahmen, alle Nährmittel wie Zucker, Mehl, Salz usw., Brot, Butter, Wurst und Fisch und was es sonst noch alles gibt, z.B. auch Filme für Foto. Wenn ich mich recht erinnere, ist der Ort aber nur noch von wenigen Familien – ich meine 28 – bewohnt. Aber der Hafen existiert noch.

Nach dem Dinner ab 20:00 Uhr Exkursion zum Svartisen, der sich leider mehr und mehr zurückbildet. Die Gletscherzunge, die in die Lagune mündet, wird zusehens schmaler. Als die Passagiere gegen 23:00 Uhr wieder an Bord kommen, gibt es endlich mal wieder was zu essen – riesige Schalen mit Garnelen, die man natürlich pulen muß. Die Bordküche ist wirklich Tag und Nacht unermüdlich. Wer hier alles probiert, geht am Ende der Reise kugelrund nach Hause.

4. Tag
Heute Morgen scheint die Sonne. Wir sind ab 07:00 Uhr wieder in Bodø. Am Vormittag wird ein Ausflug zum Saltstraumen angeboten, den wir aber auslassen, da wir den Saltstraumen schon von früheren Reisen her kennen. Um 10:00 Uhr legen wir wieder ab und es geht auf die Lofoteninsel Værøy. Von hieraus unternehmen wir in einem sog. Überlebensanzug (der gestellt wird), den man aber auch unbedingt benötigt, auf einem Boot, das so ähnlich ist wie ein Motorrad auf dem Wasser, eine rasante Tour zu einem Vogelfelsen, auf dem viele Seeadler horsten. Das Motorgeräusch hat als erstes viele Kormorane aufgescheucht, aber auch die Seeadler begannen dann, über uns zu kreisen, einfach grandios!

Um 17:00 Uhr kehren wir wieder ab in Richtung Reine und es beginnt zu tröpfeln, was sich zu einem massiven Regen entwickelte. Um von hier nach Å zu kommen, sitzen wir trocken im Bus. Leider keine Sicht und es ist infolge des Regens früh dunkel. Landsend war daher nicht möglich. Es bleiben uns Museumsbesuche, die aber auch sehr interessant waren. Wir bekamen einen Einblick, wie die Menschen dort früher gelebt haben, Lebertranproduktion, Stockfischherstellung etc. Gegen 22:00 Uhr waren wir wieder an Bord. Und da wir den ganzen Tag kaum etwas zu essen hatten, gab e Kaffee und Tee und 4 verschiedene Sorten frischen Kuchen!!! Die Nacht liegen wir in Reine am Pier.

5. Tag
Um 09:00 Uhr legen wir ab in Richtung Henningsvær. Die Sonne scheint, Stimmung gut, wir fahren mit den Tenderbooten zur „Lofot-Hus-Galeri“ und haben dort eine wirklich interessante Dia-Vorführung über Leben und Wirken rund um Henningsvær. Anschließend mit den Booten eine ausgiebige Sightseeing-Tour durch den Hauptkanal und vorbei an den Fischerbooten, wo uns die Fischer bereitwillig ihre Fänge zeigen. Um 15:00 Uhr verlassen wir Henningsvær in Richtung Trollfjord. Mit der MS Lofoten fuhr hinter uns der Riesenpott „Finnmarken“. Nie hätten wir es für möglich gehalten, daß beide Schiffe in den Trollfjord hinein passen. – Wir hatten das Glück, einen in Norwegen bekannten Jazzmusiker an Bord zu haben, der zwischen den engen Felswänden auf seiner Trompete spielte, so daß uns die Gänsehaut über den Rücken lief. Und danach gab es, damit die Passagiere auch nicht verhungern, „Trollfjordsuppe“. Alsdann ging es durch den landschaftlich ungeheuer beeindruckenden Raftsund.

Die nächste Gaudi war von Bord aus Hochseeangeln. Aber niemand hatte eine Angelrute, nur Schnur und Haken wurden vom Schiff aus gestellt, Das musste genügen. Und tatsächlich wurden eine kleiner Dorsch und etliche Köhler (bei uns kennt man den Fisch als Seelachs) geangelt. – Zum Dinner gab es Seeteufel, aber nicht vom Schiff aus geangelt. Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende.

6. Tag
Heute steht auf dem Programm „Egga“, ein Seegebiet zwischen Stokmarknes und Andenes. Es halten sich hier mit Vorliebe Potwale auf, und zwar deswegen, weil der Meeresboden hier eine Abbruchkante um ca. 1000 Meter hat und in der Tiefe große Krillschwärme, die Lieblingsspeise der Wale, sind. Um 05:00 Uhr in der Frühe lassen wir uns wecken, um nichts zu versäumen, Katzenwäsche und dann raus auf Deck bzw. auf die Brücke. Nach einigem Warten sehen wir in der Ferne tatsächlich die ersten Fontänen bzw. Bläs und als wir näher kamen dann die vielen Wale, am konnte sie schließlich nicht mehr zählen – einfach überwältigend!
Zuerst die Fontäne, dann der riesige Rücken und dann die Fluke, danach Abtauchen in die Tiefe zur Nahrungsaufnahme. Als wir endlich zum Frühstück gehen wollten, hatten wir noch das große Glück, daß unmittelbar vor dem fahrenden Schiff ein Potwal auftauchte, so daß wir tatsächlich seine Fluke auf unseren Fotoapparat bannen konnten. Anschließend gingen wir in Andenes an Land. Dort lebt alles vom Wal. Man kann an Walsafaris teilnehmen, sofern man dafür genügend Zeit hat. Wir besuchten das Walmuseum, wo wir noch viele aufschlussreiche Informationen über die Biologie der Wale, ihre Rolle im Ökosystem sowie über aktuelle Forschungen erhielten.

Abends durchfuhren wir nochmals den Trollfjord und erreichten anschließend Svolvær. Hier hatte man die Gelegenheit, die Galerie des Malers Dagfinn Bakke aufzusuchen, der die MS Nordnorge künstlerisch gestaltet hat. Oder man besuchte „Magic Ice“, Eisskulpturen und –installationen direkt am Hafen. Warmer Umhang und Handschuhe wurden gestellt, die man auch benötigte, denn in der Ausstellung herrschte eine Temperatur von 6 Grad Minus.

7. Tag
Heute Morgen erreichen wir Narvik. Das Wetter ist gut, ca. 20 grad warm, aber windig. Unser Ausflug an die schwedische Grenze beginnt um 10:15 Uhr. Wir fahren entlang des Rombak-Fjordes auf der E6, die von Kirkenes bis Rom führt. Um an die „Riksgränse“ zu gelangen, müssen wir den Fjord auf der viertlängsten Brücke in Norwegen – 765m lang – überqueren. Dort angekommen besuchen wir die Fotogalerie von Sven Hörnell mit Multivisionsshow, in der viele seiner Fotos von Nordnorwegen, Narvik, Kiruna etc. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu sehen sind. Anschließend fahren wir mit der OFOT-Bahn in etwa 60 Minuten zurück nach Narvik. Diese interessante Bahnstrecke wurde ab 1903 für den Erztransport von Kiruna (Schweden) nach Narvik unter größten Beschwerlichkeiten gebaut, insgesamt 34 Tunnel. Die Strecke hat Ähnlichkeit mit der Bergenbahn.  Immer wenn man vom Zug aus fotografieren will, ist es dunkel, denn man durchfährt wieder einen Tunnel. Es ranken sich Geschichten und Ereignisse um diese Bahnstrecke, die während der Bauzeit passiert sein sollen. So zum Beispiel die Story von der „schwarzen Bärin“. Sie soll eine bildhübsche Frau gewesen sein, die sich ihr Brot als Köchin für die Bauarbeiter verdiente. Leider wurde sie aus Eifersucht schon mit 23 Jahren von einer Widersacherin mittels einer Bratpfanne erschlagen.

Zurück in Narvik macht der Busfahrer, die uns vom Bahnhof Narvik abholte, noch eine Extratour zu einem Aussichtspunkthoch oben über der Stadt, von wo aus man eine unglaublich schöne Aussicht über Narvik, die umliegenden Berggipfel und Fjorde genießen kann.

In Narvik kommen aufs Schiff etliche junge Leute von der Belegschaft der OFOT-Reederei, die einen Betreibsausflug nach Skjomen machen und dort mit den Tenderbooten abgesetzt werden. Anschließend gibt es ein hervorragendes Kaptains-Dinner. Aber damit ist der Tag noch lange nicht zu Ende, denn von 22:00 Uhr bis ca. 23:30 Uhr haben wir Gelegenheit, noch einmal auf Trænøy an Lang zu gehen, um einige Galerien in dem kleinen malerischen Ort zu besuchen.
Es hat sich eine kleine übermütige Gesellschaft zusammen gefunden. Der Abschluß dieser Exkursion gipfelte darin, daß die ganz Mutigen ein kühles Bad im Meer nahmen, obwohl niemand Badesachen dabei hatte.

8. Tag
Dies ist leider der letzte Tag dieser überaus ereignisreichen Reise. Bevor wir wieder Bodø ansteuern, besuchen wir noch auf der Halbinsel Kjerringøy den alten Handelsplatz gleichen Namens, der seine Blütezeit im 19.Jahrhundert erlebte. Dieser ganze Ort – heute Museumsort – war ursprünglich im wechselvollen Besitz verschiedener Familien (Sverdrup, Ellingsen, Zahl).  Herr Zahl war der 2. Ehemann von der äußerst erfolgreichen Kauffrau Anna-Elisabeth geb. Sverdrup, verwitwete Ellingsen. Herr Zahl war ca. 25 Jahre jünger als seine Frau und hat diese auch noch lange überlebt.

Zurück auf dem Schiff genießen wir zum Abschied noch ein letztes Brunch. Danach machen wir uns auf den Weg, um von Bodø heimwärts zu fliegen.

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Zusammenfassen ist zu sagen, daß uns die 8-tägige Reise vorgekommen ist, als seine wir ca. 3 Wochen unterwegs gewesen, so voll gepackt mit Attraktionen waren die Tage. Aber jeder Reiseteilnehmer hat es schließlich selbst in der Hand, an welchen Ausflügen bzw. Exkursionen, die alle im Reisepreis inbegriffen waren, er teilnehmen wollte.

Und außerdem möchten wir noch berichten, daß der Service auf diesem Schiff wie auf einem Kreuzfahrtschiff war. Kaffee, Tee, Wasser, Obst, Smørbrød, verschiedene Torten bzw. Kuchen standen von früh bis spät in der Cafeteria zur freien Verfügung. Selbst auf den Ausflügen bzw. Wanderungen wurden wir – wie schon vorher erwähnt – mit frischem Gebäck, Kaffee und Tee verwöhnt.
Wenn wir noch an die diversen Kuchen und Torten denken, von denen ständig vier bis sechs verschiedene in einem Kühlturm standen, läuft uns noch heute das Wasser im Mund zusammen.